Philosophie

Was ist Glück?

Glück. Mit dem Wort verbinden wir etwas Positives. Jeden Tag höre ich diesen Begriff, aber was bedeutet er überhaupt? Hat er seine Bedeutung verloren oder ist unsere Gesellschaft einfach so glücklich?

Mit dem Wort „Glück“ war ursprünglich eine positive Fügung des Schicksals gemeint. Doch es gibt nicht nur das Zufallsglück, sondern auch das Glücklichsein. Das Zufallsglück und das Glücklichsein unterscheiden sich jedoch.

Für mich bedeutet Glück zu haben einen positiven Zufall, wie z. B. ein Gewinn, die Rettung eines Menschen, eine freie Kasse im Supermarkt oder das Ergattern eines letzten Tickets für ein Konzert. Dieses Zufallsglück, auch äußeres Glück, welches von äußeren Zuständen abhängt, ist häufig unkontrollierbar. So wie ein Lottogewinn oder gutes Wetter.

Mit dem Glücklichsein hingegen verbinde ich, zufrieden mit sich selbst und seinem Leben zu sein. Ich brauche dazu nicht viel, nur eine Umgebung, in der ich mich wohlfühle. Entsprechend meint das Lebensglück, auch dauerhaftes Glück, ein langfristiges tiefes Gefühl von Zufriedenheit mit dem eigenen Leben. Beispiele dafür sind eine gute freundschaftliche Beziehung oder auch die persönliche Entwicklung.

Bereits in der griechischen Antike war Glück nicht nur ein Gefühl, sondern ein Zustand des befriedigenden Daseins und der Wesensvollendung, also des gelingenden Lebens. Dazu konnte beispielsweise gehören, ein sittlich gutes, sinnvolles Leben zu führen, geleitet von Gerechtigkeit, Klugheit und dem Eingebundensein in eine Gemeinschaft.

Es gibt mehrere Arten des Glücks. Das momentane emotionale Glück definiert kurzfristige, intensive Gefühle von Freude, Lust und Zufriedenheit. Zum Beispiel ein Kompliment, das Lachen mit Freunden oder ein gutes Essen. Das Glück der Tugend entsteht aus moralisch sinnvollem Leben. Zum Bespiel anderen Menschen zu helfen und Werte zu leben. Das Gefühl der Verbundenheit mit etwas Größerem definiert das spirituelle Glück. Beispiele dafür sind religiöse Erfahrungen, eine Meditation oder das Naturerleben.

Ich stelle mir immer wieder die Frage, warum die Menschen dem äußeren Glück hinterherjagen und dabei das innere Glück nicht finden. Glück muss schließlich nicht immer etwas Großes sein, es können auch Kleinigkeiten sein oder Tatsachen, die wir als selbstverständlich ansehen. Wir nehmen zum Beispiel Freiheit oder Menschenrechte gar nicht mehr als Glück wahr.

Warum aber haben wir häufig das Gefühl, nicht glücklich zu sein, wenn uns doch nicht viel zum Glücklichsein fehlt? Viele Grundbedürfnisse sind in Deutschland gedeckt, dennoch mangelt es uns oft an Sinn, innerer Ruhe, Freundschaft und Familie. Ich denke, heute wird Glück oft mit Wohlstand, Konsum oder persönlichem Erfolg verwechselt. Schon in der Kindheit lernen wir, dass Erfolg, Besitz und Anerkennung glücklich machen sollen. Es geht häufig um Status. Doch das dauerhafte Glück entsteht nur von innen und keiner kann es sehen und fühlen, außer man selbst. Dieses innere Glück ist still, schwerer zu finden als das äußere und verlangt Selbstreflexion, aber genau diese versuchen viele zu vermeiden.

Stattdessen besteht in der heutigen Gesellschaft ein ständiger Druck zur Selbstoptimierung, weshalb wir häufig das Gefühl empfinden, nicht genug zu haben oder nicht zu genügen. Doch das Glücklichsein entsteht nicht durch das Äußere, sondern durch die innere Haltung und Zufriedenheit. Das heißt, uns fehlt die innere Haltung zum Glücklichsein. Viele Menschen suchen das eine große Glück, das es aus meiner Sicht nicht gibt. Dabei übersehen sie leider die kleinen Dinge, die glücklich und das Leben schön machen. Ich bin der festen Überzeugung, dass viele Menschen die kleinen Glücksmomente haben, sie aber nicht genießen können, weil das eine große Glück noch aussteht. So verpassen sie womöglich das wahre Glücklichsein.

Text und Bild: Elisa Labudda, Schuljahr 2024/25 (damals Klasse 8)

 

 

Es gibt keine Tatsachen, nur Interpretationen.

(Friedrich Nietzsche)

Der Philosophieunterricht wird durch das Prinzip der Problemorientiertheit bestimmt. Das bedeutet, dass der Unterricht ein jeweils umgrenztes Problem zum Thema hat, über welches auf unterschiedliche, möglichst kontroverse Art und Weise nachgedacht wird. Hierbei gibt es in der Regel vier verschiedene Ansatzpunkte, von denen aus einzeln oder in Kombination vorgegangen wird:

  • die Philosophiegeschichte,
  • die philosophische Diskussion der Gegenwart,
  • die Auseinandersetzung mit Problemen und Ergebnissen der anderen Wissenschaften,
  • die Diskussion individueller und gesellschaftlicher Gegenwartsfragen.

Lernziele des Philosophieunterrichts sind in erster Linie:

  • die Fähigkeit zur Darstellung, Vergleich und kritischer Bewertung philosophischer Positionen,
  • die Fähigkeit zu kritischer Reflexion auf die Voraussetzungen eigenen und fremden Argumentierens und
  • die Fähigkeit zu offenen Gesprächen, die auf gegenseitiges Verstehen ausgerichtet sind.
  • es muss auch Spaß machen und gelacht werden!!!

Philosophieren darf sich nicht auf die Reproduktion von Philosophiegeschichte beschränken, sondern hat vorrangig zu verdeutlichen, dass die gegebene, bzw. eigene Sichtweise der Dinge nur eine von vielen Möglichkeiten darstellt. Das bedeutet, dass die philosophische Reflexion von Vorstellungen ausgeht, in denen die Schülerinnen und Schüler ein Verständnis ihrer selbst und der Welt, in der sie leben, entwickeln. Durch das Nachdenken und das Gespräch werden diese Vorstellungen zugänglich gemacht für (philosophische) Korrektur, Ergänzung und Vertiefung. Auf diese Weise wird versucht, zu allgemeinen, verbindlichen und begründbaren Einsichten zu gelangen. Hierbei nehmen andere (philosophische) Positionen in der Regel den Rang von Dialogpartnern ein.

Aus dem Gesagten ergibt sich, dass die Qualität des Unterrichts zum großen Teil davon abhängt, in welchem Maße die Schülerinnen und Schüler bereit sind, Interesse für das Thema, Engagement bei der Mitarbeit und Offenheit und Toleranz im Umgang miteinander zu zeigen.

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